Nutzungsfunktionen


Im Einzugsgebiet des Rheins wohnen etwa 58 Millionen Menschen. Die Menschen nutzen den Fluss für ganz unterschiedliche Dinge. Von allen Flüssen Europas ist der Rhein der am intensivsten durch Menschen in ganz unterschiedlicher Art und Weise genutzte Strom.  Wir sprechen davon, dass der Rhein viele „Nutzungsfunktionen“ erfüllt.

Aber diese Nutzungsfunktionen passen nicht immer so gut zusammen. Nutzt man den Fluss für die Binnenschifffahrt, ist es wohl besser, nicht darin zu schwimmen. Wenn die Menschen den Fluss nutzen, hat das fast immer auch Konsequenzen für die Wasserqualität.

Mehr über die Folgen der Nutzungsfunktionen für die Wasserqualität lesen.

Schifffahrt


Wir nutzen die Flüsse für die Schifffahrt. Der Rhein ist der wichtigste Schifffahrtsweg in Europa. Auf dem Rhein werden sehr viele Güter transportiert.

Vor langer Zeit war der Transport auf dem Wasserweg die wichtigste Art der Beförderung. Darum liegen die meisten Großstädte an Flüssen und am Meer. Heute nutzen wir natürlich auch LKW, Züge und Flugzeuge, aber der Schiffstransport auf dem Fluss (Binnenschifffahrt) ist nach wie vor sehr wichtig.

Containerschiff (Foto: D. Putscher)
Containerschiff
Foto: D. Putscher

Industrie


Das Rheingebiet ist ein praktischer Standort für Fabriken. Über den Fluss können die Betriebe leicht und schnell Rohstoffe anliefern und Produkte abholen lassen.

Das fing mit der Textilindustrie (Bekleidung und Stoffe) an. Ganz schnell haben sich Webereien dazugesellt. Sie lieferten die Webstoffe an die Textilfabriken. Heute gibt es viele Chemiefabriken am Rhein. Sie stellen nicht nur Gewebe, sondern vielerlei chemische Produkte, wie Arzneimittel und Kunststoff her. Außerdem gibt es im Rheingebiet Auto-, Stahl-, Metall- und Papierindustrie.

Der Fluss ist nicht nur für den Transport nützlich. Die Fabriken nutzen den Rhein auch für Kühlwasser, um die Maschinen zu kühlen. Abwasser wird in den Rhein geleitet. Dafür gelten natürlich ziemlich strenge Regeln!

 

Petrochemischer Hafen, Köln-Godorf (DE) Foto: D. Putscher
Petrochemischer Hafen, Köln-Godorf (DE) Foto: D. Putscher

Landwirtschaft


Auf etwa der Hälfte der Fläche des Einzugsgebiets des Rheins wird Landwirtschaft betrieben. Es werden ganz unterschiedliche Dinge angebaut: Von Mais bis hin zu Trauben und von Gemüse bis hin zu Zuckerrüben. Natürlich gibt es auch Viehwirtschaft, beispielsweise Rinder-, Schaf- oder Schweinezuchten.

Felder, Weideland und Weinberge benötigen Wasser und führen Wasser ab. Über das Grundwasser und Wassergräben gelangt das genutzte Wasser schließlich in den Rhein.

Abwasser


Industrie und Landwirtschaft leiten Abwasser in den Rhein ein. Auch die im Gebiet wohnenden Menschen erzeugen Abwasser. Das Abwasser wird gefiltert und gereinigt, so dass es einigermaßen sauber in den Rhein fließt. Aber ganz sauber ist es wohl kaum. Alles Abwasser und sogar das Regenwasser, das Stoffe aus dem Boden in den Rhein spült, kann dem Rhein somit schaden.

Kläranlage Foto: BMUB
Kläranlage Foto: BMUB

Erholung


Im gesamten Rheineinzugsgebiet gibt es etwa 900 Stellen, an denen man schwimmen kann. Der Rhein wird intensiv für die Erholung genutzt. Beziehungsweise für Dinge, die ihr in der Freizeit tut.

Die Menschen kommen an den Rhein, um die Natur zu genießen, Schiffe zu beobachten oder Sport zu treiben.

Am Rhein kann man wunderbar wandern, Rad fahren oder inlineskaten. Dazu wurden ganz viele Wege angelegt. Manche Menschen kommen an den Rhein oder einen Nebenfluss, um zu tauchen, zu segeln, zu rudern oder zu angeln.

 

Freizeitvergnügen am Rhein Foto: D. Putscher
Freizeitvergnügen am Rhein Foto: D. Putscher

Energie


Ein Fluss fließt. Der Rhein natürlich auch. Diese Strömung kann man für die Energieerzeugung nutzen. Turbinen setzen die Kraft des Wassers in Energie um. Das bezeichnet man als Wasserkraft.

Eine Turbine ist ein Stab mit Blättern,  die durch das vorbeifließende Wasser bewegt werden.

Wenn die Strömung ausgenutzt wird, bedeutet das keine so große Belastung für die Natur. Aber viele Wasserkraftwerke arbeiten anders. Wenn man Stauseen anlegt, wird das Wasser zurückgehalten und an den Turbinen vorbei geleitet.  Das bedeutet schon eine Belastung für die Natur. Beispielsweise können die Fische dann nicht mehr an der Stelle vorbei kommen. Deswegen treffen die Staaten im Einzugsgebiet Vereinbarungen, um die Belastung der Natur zu reduzieren. Beispielsweise werden Fischpässe gebaut, über die die Fische an der Staustufe hoch schwimmen können.

Staustufe Iffezheim (DE) mit Fischpass Foto: BFG
Staustufe Iffezheim (DE) mit Fischpass Foto: BFG

Trinkwasser


Ohne Wasser kein Leben. Trinkwasser ist für die Menschen extrem wichtig. Im Rheineinzugsgebiet trinken etwa 30 Millionen Menschen gesäubertes Rheinwasser.

Trinkwasser Foto: BMUB
Trinkwasser Foto: BMUB

Heimat für Tiere und Pflanzen - Natur


Viele Pflanzen und Tiere leben im und vom Rhein. Die  Menschen nutzen den Rhein für viele Dinge - das kann für die Natur gefährlich werden. Daher finden wir es wichtig, die Natur zu schützen und ihr zu helfen. Es gibt zum Beispiel Vogelschutzgebiete und Bereiche, in denen Fische besonders geschützt werden.

Natur (Wasserenzian) Foto: D. Putscher
Natur (Wasserenzian) Foto: D. Putscher
Natur (Ringelnatter) (Foto: U. Haufe)
Natur (Ringelnatter)
Foto: U. Haufe

Das tun wir für die Natur, ein wenig aber auch für uns. Ein schöner, natürlicher Rhein ist gut für unser Trinkwasser und gut für die Fische und Schalentiere, die wir fangen und essen.

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