Warum und wobei zusammenarbeiten?

Wasser kennt keine Grenzen. Was an einer Stelle passiert, hat Folgen an anderen Stellen. Und umgekehrt. Wenn wir den Rhein weiterhin nutzen und sauber halten wollen, wird uns das am besten gelingen, wenn wir zusammenarbeiten.

Ein Beispiel: Am Rhein entlang nutzt man das Flusswasser, um Trinkwasser daraus herzustellen und für die Bewässerung in der Landwirtschaft. Wenn die anderen Staaten stromaufwärts das Wasser nicht sauber halten oder sogar verschmutzen, bekommen die Niederlande Wasser, das nicht mehr zu gebrauchen ist. 

Auf der anderen Seite sind die Niederlande das Tor für die Wanderfische aus dem Meer, die stromaufwärts schwimmen wollen. Darum werden die Haringvlietschleusen zur Nordsee einen Spalt geöffnet, damit die Fische durch diese Schleusen hindurch schwimmen können. Ansonsten können diese Fische ihre Laichgebiete (Gebiete, in denen die Fische sich vermehren) in den Nebenflüssen des Rheins in Deutschland und Frankreich nicht erreichen. Außerdem möchten wir gerne, dass diese Fische bis in die Schweiz schwimmen können, da sie dort früher häufig vorkamen. Aber das ist noch nicht möglich. Am deutsch-französischen Oberrhein müssen noch einige Fischpässe gebaut werden, damit die Fische an den großen Staustufen mit Wasserkraftwerken vorbei schwimmen können.

Im Rheinvertrag ist beschrieben, wie wichtig der Rhein für uns ist und dieser Vertrag enthält Vereinbarungen über den Schutz des Rheins und die Art der Zusammenarbeit.

Eine Einheit

Der Rhein ist mehr als nur fließendes Wasser. Alle  Pflanzen und Tiere, Luft, Boden und Wasser bilden zusammen eine Einheit. Die wichtigste Vereinbarung, an der gearbeitet wird ist, dafür zu sorgen, dass diese Einheit gut funktioniert und auch in Zukunft fortbesteht.

Eigentlich sagen wir damit, dass alle Teile des Rheins, ganz gleich, wie klein sie sein mögen, geschützt werden müssen, damit das Gebiet um den Rhein jetzt und in Zukunft lebenswert ist und bleibt.

Nachhaltige Entwicklung

Unter nachhaltiger Entwicklung versteht man, dass wir alles, was wir heute am und mit dem Rhein tun, beispielsweise auch in dreißig Jahren noch tun können. Trinkwasser aus dem Rhein gewinnen, auf dem Rhein fahren, im Rhein angeln, am Rhein wohnen und Güter herstellen oder ganz einfach nur die Freizeit an seinen Ufern verbringen.

Somit wird intensiv daran gearbeitet, dafür zu sorgen, dass weniger schädliche Stoffe in den Rhein gelangen. Wir wollen eine möglichst gute Wasserqualität haben und erhalten, damit wir auch in Zukunft aus Rheinwasser Trinkwasser machen können. Wir wollen, dass Pflanzen und Tiere auch in Zukunft im Rhein überleben  können. Und wir wollen vor Überschwemmungen geschützt sein. Oder auf jeden Fall gut darauf vorbereitet sein.

Es ist klar, dass wir zusammenarbeiten müssen, und das tun wir auch. Unsere Zusammenarbeit wird immer besser, kann aber noch besser werden. Es sind noch längst nicht alle Probleme gelöst.

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit der Staaten ist so gut, dass die IKSR schon zwei Preise bekommen hat. Einen europäischen und einen weltweiten Preis. Diese Preise werden Organisationen verliehen, die erfolgreich für den Schutz der Flüsse arbeiten.