Gefahren für die Wasserqualität

Wie kommt es, dass die Wasserqualität nicht immer gleich gut ist? Das Wasser ist so schmutzig, weil früher Abwasser aus den Haushalten und der Industrie in den Rhein geleitet wurde, ohne erst gereinigt zu werden. Das tun wir heute nicht mehr, aber das Rheinwasser ist noch nicht sauber genug. 

Abwasser

Jeder von uns produziert täglich Abwasser, ganz gleich, ob wir das Wasser zum Kochen, Wäsche waschen, für die Toilettenspülung oder zum Gießen im Garten nutzen. Im Durchschnitt verbraucht jeder Einwohner im Rheineinzugsgebiet 130 Liter am Tag.

Auch die Landwirtschaft und Fabriken sorgen für Abwasser. Während der Produktion wird für beinahe alles, was man kauft, Wasser verwendet.

Abwasser nennen wir alles Wasser, das Menschen genutzt haben und das dann auf irgendeine Art eingeleitet wird. Es gibt also mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel über die Toilettenspülung oder aus einer Fabrik. Aber auch Regenwasser, das in Wohngebieten fällt. Unterwegs nimmt dieses Wasser eine Reihe von Stoffen aus dem Boden auf.
 

Chemische industrie in Ludwigshafen (Foto: BASF)
Chemische industrie in Ludwigshafen
Foto: BASF

Fast alles Abwasser wird erst in eine Kläranlage geleitet, bevor es in die Natur gelangt. Früher war das anders. Da wurde das Abwasser normalerweise in den Rhein eingeleitet. Damals nannte man den Rhein auch eine 'offene Kloake'. Und der Rhein konnte damals richtig stinken!

In den letzten 30 Jahren hat der Bau von Kläranlagen über 80 Milliarden Euro gekostet! Aber dadurch ist das Wasser viel sauberer geworden.

Das meiste Wasser kontrollieren wir sehr gut und können es reinigen. Das Abwasser aus Haushalten enthält Bakterien, Waschmittel, Reinigungsmittel, Schmutz und Nahrungsmittelreste. Diese Stoffe können leicht abgebaut werden. Aber es gelingt uns nicht, das Wasser sauber genug zu machen.  Insbesondere Arzneimittel und Mittel zum Schutz und Besprühen der in der Landwirtschaft angebauten Pflanzen oder um zu Hause Unkraut zu bekämpfen können nicht immer aus dem Wasser herausgefiltert werden.

Abwasser aus Fabriken wird durch Rohrleitungen in die Kläranlagen der Stadt geführt. Oder die Fabriken reinigen ihr Abwasser selbst und leiten es anschließend in Bäche, Wassergräben und den Rhein ein. Bei Industrie- und Gewerbebetrieben werden häufig ganz spezielle Verfahren zur Behandlung des Abwassers eingesetzt. Das Wasser, das diese einleiten, ist fast immer schon sauber genug. Aber es kann vorkommen, dass das Wasser zu warm ist. Auch darauf muss geachtet werden!

Wenn das Abwasser nicht gut genug gesäubert wird, nimmt die Wasserqualität ab. Es gelingt schon ganz  gut, alles zu säubern, aber es könnte noch besser sein.
 

Klimawandel

Das Wasser im Rhein wird immer wärmer. Zwischen 1978  und 2011 ist die Wassertemperatur im Durchschnitt um rund 1°C bis 1,5 °C gestiegen. Das ist zum Teil auf die Kraftwerke zurückzuführen. Kraftwerke produzieren Energie. Dabei wird Wasser benötigt, um Bestandteile zu kühlen. Das Wasser erwärmt sich und wird anschließend wieder in den Rhein eingeleitet. Diese Wärmeeinleitungen sorgen insbesondere an der Einleitungsstelle für wärmeres Wasser.

Durch den Klimawandel wird das Wasser im gesamten Rhein wärmer. Die Wärme trägt dazu bei, dass weniger Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. Das ist das eigentliche Problem. Denn wenn das Wasser weniger Sauerstoff enthält, werden die Tiere geschwächt. Schwächere Tiere werden schneller und leichter krank. Hohe Wassertemperaturen können örtlich zu Muschel- und Fischsterben führen.

Kurzgefasst führt der Klimawandel dazu, dass das Wasser wärmer wird, wodurch die Wasserqualität abnimmt.

Mehr über den Klimawandel lesen.

 

Grundwasser

Grundwasser ist das gesamte Wasser, das sich im Untergrund, im Boden und im Gestein befindet. Grundwasser ist ein verborgener Schatz, der mit den Flüssen und Seen in ständigem Austausch steht. Grundwasser ist die wichtigste Quelle für unser Trinkwasser, reagiert aber sehr empfindlich auf Verunreinigungen. Stoffe, die einmal hineingelangt sind, werden, wenn überhaupt, nur sehr langsam oder manchmal gar nicht abgebaut.

Fast im gesamten Rheineinzugsgebiet sind Teile des Grundwassers verschmutzt. Die meisten schädlichen Stoffe und Nährstoffe kommen durch die Landwirtschaft in das Grundwasser.

 

Grundwasser
Grundwasser

Wenn zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangen, kann auch das problematisch werden. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten dringen Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe mit dem Wasser in den Boden ein und gelangen über das Grundwasser in Wassergräben, Bäche und später in den Rhein. Auf diese Art und Weise spült der Niederschlag auch Stoffe aus anderen Gebieten in den Rhein.

Nach einer Zeit gelangt das verschmutzte Grundwasser in den Rhein und sorgt für schlechtere Wasserqualität.

Aber das ist noch nicht alles. Viele Dinge gelangen auch über die Luft in das Wasser. Es schwebt nämlich alles Mögliche in der Luft. Insbesondere Nährstoffe und Metalle gelangen auf diese Art und Weise in den Rhein.